Fußball-WM 2006: das Sommermärchen mit vielen Skandalen

Juli 15th, 2010 by admin

Die Fußball-WM in Deutschland. Die Welt zu Gast bei Freunden… Von wegen. Warum erhielten dann viele Fußball-Fans aus Afrika kein Visum, um die Spiele zu sehen?
Ich lebte zu der Zeit bereits in Thailand. Um aber die Atmosphäre etwas zu schnuppern und die Spiel zu zivilen Zeiten im TV zu sehen, flog ich nach Deutschland. Auf dem Land war aber von der Public Viewing-Atmosphäre der Großstädte nichts zu spüren. Das war vor 4 Jahren in Asien noch anders.

Im Eröffnungsspiel gewann der Gastgeber gegen einer meiner Favoriten Costa Rica mit 4.2. Ecuador schoss die Polen mit 2:0 nach Hause.
In Gruppe B setzte ich alles auf den Neuling Trinidad & Tobago. Immerhin erreichten sie ein 0:0 gegen Schweden. England gönnte sich nur einen 2:2-Ausrutscher gegen Schweden. Paraguay musste heim.

Die Elfenbeinküste spielte in Gruppe C stark, aber gewann am Ende nur gegen Serbien, als sie schon draußen waren. Argentinien und Holland kamen durch.
Große Tragik in Gruppe D. Angola schaffte zwar ein 1:1 gegen Mexiko, schied dann aber mit Iran aus. Portugal siegte dreimal.

Etwas erfreulicher lief es in Gruppe E ab. Ghana besiegte Tschechien mit 2:0. Ein großer Tag. Die USA trotzte Italien zwar ein 1:1 ab, aber dabei blieb es dann auch.
Viel Freude machte Australien in Gruppe F. Nach dem Erfolg gegen Japan gab es ein Unentschieden gegen Kroatien, die auch schon gegen Japan nicht siegen konnten. Damit kam Australien zusammen mit Brasilien weiter.

Togo bekam in Gruppe G keinen Stich. Frankreich holte zwar gegen die Schweiz und Südkorea nur ein Remis, doch es reichte leider aus. So musste meine Koreaner abfliegen.
Gruppe H brachte nichts Gutes: Spanien und Ukraine setzten sich gegen Saudi-Aranien und Tunesien durch. Schnief!

Im Achtelfinale hatte Deutschland beim 2:0 gegen Schweden keine Probleme. Mexiko erwischte es leider gegen Argentinien, Ecuador gegen England. Trotz eines sehr gutem Spiels schied Holland gegen Portugal aus. Australien kämpfte gegen Italien und einem Schiri vergeblich. EIn Skandal. Denn Italien bekam einen Elfer geschenkt. Die Schweiz schaffte es gegen die Ukraine bis zum Elfmeterschießen. Dort erzielten sie keinen Treffer. Das Spiel sah ich auf dem Flughafen Bangkok und war fassungslos. Ghana ging gegen Brasilien unter. Nur Frankreich machte das schreckliche Achtelfinale noch einigermaßen verträglich mit einem Sieg gegen Spanien.

Im Viertelfinale machte Deutschland gegen Argentinien ein tolles Spiel. Die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen. Italien schlug die Ukraine, Portugal die Engländer und Frankreich warf Brasilien raus.

Das Halbfinale war nur noch mässig besetzt. Und dann verlor Deutschland auch noch gegen Italien. Wenigstens gewann Frankreich gegen Portugal.

Die Deutschen verabschiedeten Oliver Kahn im Spiel um Platz 3 gegen Portugal mit einem 3:1. Italien gewann im Elfmeterschießen gegen Frankreich. Wieder hatten sie den Schiri auf ihrer Seite, der Zidane vom Platz stellte. Ein Italiener beleidigte ihn so sehr, dass Zidane ihn ganz sanft mit seinem Kopf berührte. Dafür sah er rot. Eine Frechheit!

Insgesamt war die WM für mich eher sehr mässig. Es gab kaum Überraschungen und viele Fehlentscheidungen.

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Fußball-WM 2002: meine Lieblings-WM

Juli 10th, 2010 by admin

Im Winter 2000 fasste ich einen spontanen Entschluß: ich wollte zur WM nach Südkorea und Japan fahren. Noch nie hatte ich ein WM-Spiel live im Stadion gesehen. Und da mich auch Reisen in ferne Länder reizten, passte die Kombination 2002 sehr gut. Um mir wenigstens ein paar Tickets zu sichern, bestellte ich zunächst ein Fanpaket bei der FIFA zur Begleitung eines Teams bis einschließend Achtelfinale. Alles weitere wäre dann doch zu teuer, zu lange und die Wartezeiten zwischen den Spielen ab Viertelfinale sind zu lang.

Für das deutsche Paket entschloß ich mich, weil ich annahm, dass die Chance einer Qualifikation höher ist als z.B. für Dänemark. Doch es wurde eng. Die blöden Engländer gewannen in München. So musste ein Entscheidungsspiel gegen die Ukraine her. Das sah ich mir in einem Urlaub in Südafrika an. Mitten im Spiel ging der Strom in einer Hütte im Nationpark aus. Doch Deutschland gewann und die WM war gesichert.

Nicht ganz einfach war die Buchung der Flüge und Unterkünfte, sowie die Koordination in Japan. Aber das Abenteuer hat sich voll gelohnt. Insgesamt verfolgte ich 13 Spiele live im Stadion und die meisten anderen Spiele am Hotel-TV oder beim Public Viewing in Kneipen, Restaurants und Hallen.

Gleich zu Beginn nahm ich die Eröffnungsfeier in Seoul mit. Noch schöner war dann der Sieg von Senegal gegen Frankreich. Es waren aber kaum Afrikaner vor Ort. So jubelte ich fast alleine. Ein toller Start. In der Gruppe A triumphierte auch Dänemark. Sie besiegten nicht nur Uruguay, sondern auch Frankreich mit 2:0. Das letzte Spiel verfolgte ich in einem Kneipenkeller in Japan mit rund 30 Zaungästen. Da Senegal gegen Uruguay 3:3 spielte, war der Traum perfekt. 

In der Gruppe B erzielte Südafrika zunächst unentschieden gegen Paraguay und einen Sieg gegen Slowenien. Ein Unentschieden gegen Spanien hätte zum Weiterkommen gereicht. Das Spiel sah ich mir live in Daejeon an. leider gewannen die Spanier mit 3:2. Trotzdem lohnte sich der Ausflug. Denn danach lernte ich eine sehr gastfreundliche koreanische Familie kennen, die mich anschließend überall herumführte.

In der Gruppe C verlor die Türkei unglücklich gegen Brasilien, kam aber gegen Costa Rica und China auch weiter. Schade für die Mittelamerikaner, die immerhin ein Unentschieden gegen die Türkei erreichten.

Die Gruppe D war der Wahnsinn. Mitgastgeber Südkorea gewann die Gruppe mit Siegen gegen Polen und Portugal. Nur gegen die USA gab es ein 1:1. Das war sogar gur, da somit beide Teams weiterkamen. Denn die Amis besiegten auch Portugal. Das letzte Spiel von Korea gegen Portugal sah ich vor einem Schaufenster auf der koreanischen Insel Cheju. Dort versammelten sich viele Einheimische, die sich auf die Ladefläche eines LKWs setzten. Ich stellte mich dazu. Es war ein Wahnsinnshappening.

In der Gruppe E konnte ich alle deutschen Spiele live verfolgen. In Sapporo gab es in einer großen Halle ein legendäres 8:0 zum Einstieg gegen Saudi-Arabien. Die Freude im deutschen Fanblock war groß. Ich lernte viele Fans aus verschiedenen Orten kennen, z.B. auch einen Exil-Deutschen, der Mainz-Fan ist. Gegen Irland gab es leider nur ein müdes 1:1. Zum Spiel in Ibaraki fuhr ich mit dem Hotelbus der Iren. Es war trotzdem - oder gerade deshalb -eine tolle Stimmung. 

Schade, dass die Deutschen dann Kamerun in Shizuoka mit 2:0 nach Hause schickten mussten, damit ich ein Achtelfinale in der Tasche hatte.

In der Gruppe E sah ich mir das Spiel meiner Gruppenfavoriten Nigeria und Schweden an. Leider hatten die Afrikaner keine große Chance. Aber die Schweden erreichten gegen Argentinien und England Unentschieden, so dass die Südamerikaner frühzeitig die Koffer packen durften.

In Gruppe E musste Italien schön zittern, nachdem sie gegen Kroatien verloren hatten. Doch Ecuador half ihnen und schlug am letzten Spieltag wiederum Kroatien. Das half Ecuador aber nichts, sondern nur Italien.
Gruppensieger wurde Mexiko. Das 2:1 gegen Ecuador habe ich mir in Miyagi angesehen. Dabei habe ich viele verrückte singendende und tanzende Mexikaner kennengelernt.

Gastgeber Japan hatte es erstaunlich leicht. Siege gegen Russland und Tunesien, sowie ein 1:1 gegen Belgien zum Auftakt brachten den Gruppensieg. Russland flog heim. Leider auch Tunesien.

Zum Achtelfinale war ich wieder in Südkorea und verfolgte dort alle 4 Achtelfinalspiele im Stadion. Karten für Spanien gegen Irland musste ich mir noch auf dem Schwarzmarkt besorgen. Aber sie waren kaum teurer als normal. Nutzte aber nichts. Die Iren mussten heim. Deutschland hatte mit Paraguay eigentlich einen einfachen Gegner, tat sich aber trotzdem schwer.
Das Spiel Mexiko gegen USA wollte kaum jemand sehen. Ich war trotzdem da und hatte einige Reihen für mich allein. Die Amis gewannen.
Der glorreiche Abschied von der WM war für mich das sensationelle 2:1 von Südkorea gegen Italien. Zum Glück hatte ich mir Tickets dafür schon lange im Voraus gesichert. Es war eines der beiden bewegendsten Live-Spiele, die ich jemals in einem Stadion gesehen habe. Wildfremde Menschen lagen sich in den Armen. Es war der absolute Wahnsinn. Und die Choreographie der Koreaner ist einfach super.

Die Achtelfinalspiele in Japan konnte ich nur im TV erleben. Die Dänen verloren leider klar gegen England. Dafür schlug Senegal überraschend Schweden. Brasilien setzte sich gegen Belgien durch. Und Japan verlor leider gegen die Türken.

Selten war das Viertelfinale so stark besetzt wie bei dieser WM. Auch aus diesem Grund war es für mich die bislang beste überhaupt. Deutschland schlug die USA nur knapp mit 1:0. Senegal scheiterte an der Türkei. Brasilien gewann gegen England. Und Südkorea setzte mit dem 5:3 gegen Spanien noch einen drauf. Ich freute mich riesig.

Im Halbfinale hätte die Türkei Revanche haben können gegen Brasilien. Doch wieder zogen sie den Kürzeren. Im anderen Spiel drückte ich Korea die Daumen gegen Deutschland. Doch nun war Ende. 0:1. Die Türken wurden Dritter. Deutschland verlor das Finale gegen Brasilien 0:2. Der Abschluß war also nicht der I-Punkt auf die fantatstische WM. Dennoch war es ein unheimlich schöne Zeit mit vielen positiven Überraschungen und sehr sympathischen Gastgebern.

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Fußball-WM 1998: Viva la France

Juni 28th, 2010 by admin

Die WM 1998 fand in Frankreich statt. Wie üblich nahm ich Urlaub. So konnte ich alle Spiele verfolgen. Erstmals fand in Hamburg ein Public Viewing in der Universität statt. Mit vielen Zuschauern ärgerte ich mich über die schottische 1:2-Niederlage beim Eröffnungsspiel gegen Brasilien.

Norwegen schlug Brasilien mit 2:1, aber da waren die Südamerikaner schon durch. Marokkko und Schottland flogen raus.
Erstmals nahmen 32 Teams am Turnier teil. Die Gruppe B lief enttäuschend. Italien und Chile setzen sich gegen Kamerun und Österreich durch, obwohl die Aussies recht gut spielten.

Stark besetzt war Gruppe C, in der sich Frankreich souverän vor Dänemark, Südafrika und Saudi-Arabien durchsetzte. Sehr erfreulich lief es in Gruppe D. Nigeria begann mit einem 3:2 gegen Spanien und setzte mit dem 1:0 gegen Bulgarien noch einen drauf. Am letzten Spieltag hoffte ich dann auf einen Sieg von Paraguay, die dadurch auf weiterkamen. Klappte auch.

Die Gruppe E begann traurig mit einer Niederlage von Südkorea gegen Mexiko. Da Mexiko am letzten Spieltag ein 2:2 gegen Holland erreichte und Belgien nicht über ein 1:1 gegen Belgien hinauskam, flog wenigstens Belgien raus.
Deutschland gewann gegen die USA und Iran jeweils 2:0. Ausgerechnet gegen Jugoslawien reichte es nur zu einem 2:2. Da Iran ausgerechnet die Amis schlug war das letzte Spiel der USA gegen die Jugos bedeutungslos.

Gruppe G war auch enttäuschend. England und Rumänien waren zu stark für Kolumbien und Tunesien, die nur vereinzelt punkten konnten. Der Sieg von Rumänien gegen England war aber durchaus amüsant.
Nicht viel besser lief es in Gruppe H. Argentinien und Kroatien sahnten hier alles ab. Das Topteam für mich war aber Japan. Sie spielten herzerfrischenden Angriffsfussball. Gegen Argentinien verloren sie auch nur knapp mit 0:1, ebenso gegen Kroatien. Ganz bitter. Gegen Jamaika erzielten sie zwar noch ein Tor, aber verloren trotzdem 1:2.

Das Achtelfinale verlief fast komplett übel. Norwegen, Chile und Paraguay gingen unter. Bei Nigeria gegen Dänemark trafen ausgerechnet zwei sehr gute Teams gegeneinander. Die Dänen gewannen. Deutschland kam gegen Mexiko mit 2:1 weiter.

Im Viertelfinale hatte ich 4 Teams, denen ich die Daumen drücken konnte. Dänemark hatte gegen Brasilien keine Chance. Das schlimmste Drama war die klare 0:3-Klatsche der Deutschen gegen Kroatien. Furchtbar!
Wenigstens setzte sich Holland gegen Argentinien durch und Frankreich schickte Italien nach Hause.

Brasilien besiegte Holland dann im Elfmeterschießen im Halbfinale. Sehr schade. Dafür zeigte Frankreich, wie man Kroatien besiegen kann. Das Finale sah ich wieder auswärts im Uni-Hörsaal. Alles schein auf Brasilien hinauszulaufen. Ronaldo hieß dort der Superstar. Doch es wurde die Glanzstunde von Zidane. Mit 3:0 fertigten die Franzosen die Südamerikaner ab. Das war ein glorreicher Abschluß einer teilweise guten WM.

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Fußball-WM 1994: das fassungslose Aus gegen Bulgarien

Juni 23rd, 2010 by admin

Die WM 1994 fand in den USA statt. Das freute mich, da die Sportart dadurch in Amerika beliebter werden sollte. Leider fanden viele Spiele spät abends statt. So sah ich einige Spiele erst als Aufzeichnung zum Frühstück.
Ich hatte seit einem Jahr eine Arbeitsstelle. Für die ersten WM-Wochen nahm ich Urlaub.

In der Gruppe A favorisierte ich die Schweiz und die USA, die beide weiterkamen. Die Schweiz besiegte Rumänien mit 4:1. Das 0:2 gegen Kolumbien war bedeutungslos.
Kamerun sah dieses Jahr gar nicht gut aus. Sie starteten zwar mit einem 2:2 gegen Schweden, aber hatten gegen Russland und Brasilien gar keine Chance. Wenigstens holte Schweden ein 1:1 gegen Brasilien und setzten sich in der Tabelle vor den Russen.

Deutschland besiegte im Eröffnungsspiel Bolivien mit 1:0. Gegen Spanien gab es ein 1:1. Nun hätte ein Unentschieden gegen Südkorea genügt. Nach 3:0-Führung holten die Asiaten aber leider nur ein 2:3. Trotz zweier Remis schieden sie damit aus. Ich war sehr traurig,
Die Griechen enttäuschten in Gruppe D auf ganzer Linie. Dafür begeisterte mich Nigeria, u.a. mit einem 3:0 gegen Bulgarien. Sie wurden Tabellenführer, sogar vor Argentinien.

Stark besetzt war die Gruppe E. Irland begann sensationell mit einem 1:0 gegen Italien. Auch Norwegen fing gut mit einem 1:0 gegen Mexiko an. Leider verloren meine Favoriten ihre Duelle am 2.Spieltag, so dass alles ausgeglichen war. Zum Schluß gab es zwei Unentschieden. Weil aber Italien - Mexiko 1:1 ausging und nicht 0:0 kamen die Italiener vor Norwegen weiter. Tragisch!
in Gruppe F sprach alles für Holland und Belgien. Denn die Gegner hießen Saudi-Arabien und Marokko. Doch es waren enge Spiele. Und die Saudis konnten sogar 1:0 gegen Belgien gewinnen. Ein toller Tag!

Im Achtelfinale besiegte Deutschland mit 3:2. Alle anderen Partien gingen negativ aus. Nigeria verlor erst in der Verlängerung gegen Italien. Die Schweiz ging gegen Spanien unter. Rumänien schaffte eine Überraschung gegen Argentinien.

Ab dem Viertelfinale wurde es dann für mich fast langweilig. Die Holländer verloren gegen Brasilien, Italien-Spanien interessierte keine Sau und Deutschland erlebte eine seiner schwersten Stunden gegen Bulgarien. Das war ganz bitter, weil es völlig unerwartet war.

Der einzige Lichtblick war Schweden. Aber im Halbfinale war dann Schluß gegen Brasilien, die mit Italien ins Finale eingezogen sind. Das war dann ein ganz langweiliges Spiel. Beide Teams waren derart schlecht im Tunier. Todlangweilig. Ich war richtig sauer, wenn man bedachte, welch tolle Teams vorher ausgeschieden waren. Von daher hat die WM einen negativen Nachgeschmack. Sie war nur in der Vorrunde hervorragend.

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Fußball-WM 1990: Kameruns Durchbruch

Juni 20th, 2010 by admin

Man sollte ja eigentlich meinen, dass mir der WM-Titel Deutschlands als Erstes in Erinnerung kommt, wenn ich an das Turnier 1990 in Italien denke. Aber die Leistung Kameruns war prägender. Ich weiß noch, wie der Saal bei der Auslosung gemurrt hatte, als das Eröffnungsspiel Argentinien gegen Kamerun gezogen wurde. Jeder erwartete einen überlegenen Sieg der Südamerikaner. Aber Pustekuche. Kamerun gewann 1:0. Das schönste Eröffnungsspiel bis dahin. Auch gegen Rumänien konnten die Afrikaner gewinnen. Der alte Roger Milla war der Mann des Turniers. Jubelszenen an der Eckfahne gab es bis dato noch nicht. Ein neuer Zauber. Gegen die Sowjetunion konnte man noch 0:4 verlieren.

In Gruppe A hatten Österreich und die USA leider keine Chance gegen Italien und die CSSR. Dagegen sorgte Neuling Costa Rica in Gruppe C für eine Überraschung. Zunächst der 1:0-Sieg gegen Schottland, das knappe 0:1 gegen Brasilien und das 2:1 gegen Schweden. Für die Schotten tat mir das erneute Aus bei einer Vorrunde sehr leid.

Deutschland begann mit einem 4:1 gegen Jugoslawien. Es folgte ein 5:1 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, die leider kein Spiel gewinnen konnten. Mit dem 1:1 erreichte Kolumbien als Dritter das Achtelfinale.

In Gruppe E setzte ich alles auf Südkorea, doch sie verloren alles. Spanien, Belgien und Uruguay setzten sich durch. Die Gruppe F bestand fast nur aus Unentschieden. Nur England gewann dummerweise gegen Ägypten. Neuling Irland und Holland waren am Ende punkt- und torgleich. So entschied das Los, wer im Achtelfinale gegen Deutschland ranmusste. Es war die Niederlande.

Als Student konnte ich viele Spiele live sehen. Blöderweise fand aber in der ersten Woche eine Studienfahrt nach Stuttgart statt. So musste ich einige Spiele in der Jugendherberge sehen, wobei der doofe Herbergsleiter pünktlich wie immer die Fernseher zur Halbzeit ausschaltete. Einige Matches habe ich im Autoradio gehört, andere in den Schaufenstern der Stuttgarter Innenstadt. Später verfolgte ich einige Spiele im Keller-TV meiner Freundin.

Die Achtelfinal-Paarungen waren teilweise wieder sehr langweilig, z.B. Italien-Uruguay oder Spanien-Jugoslawien. Irland besiegte Rumänien im Elfmeterschießen. Costa Rica hatte leider gegen die CSSR keine Chance. Dafür gewann Kamerun gegen Kolumbien 2:1. Und die Deutschen schmissen die Niederlande raus. Es war das Lama-Spiel. Frank Rijkaard bespuckte unseren Rudi. Das war der Gipfel einer lange Fehde zwischen den Nationen. Ich war auch völlig außer mir. Diese Säcke!

Somit waren immerhin 3 mir sympathische Teams im Viertelfinale. Eine bis dahin gute Quote. Und so langsam schaute ich ja nicht nur auf Deutschland, sondern freute mich auch u.a. über Irland und Kamerun. Die Iren verloren jedoch knapp gegen Italien. Traurig.

Richtig sauer war ich auf die Engländer, die Kamerun mit 3:2 nach Hause schickten: Damit blieben nur noch die Deutschen übrig, die die Tschechoslowaken mit 1:0 besiegten. Es kam zur Halbfinalschlacht gegen England mit einem starken Gary Lineker. Das Elfmeterschießen gewann natürlich Deutschland. Das Finale gegen Argentinien war eigentlich langweilig. Erst in der 85. Minute bekam Brehme einen Elfer, den er verwandelte. Beckenbauer ging schweigend über den Platz, das Land jubelte, aber irgendwie konnte ich mich nach dem müden Spiel nicht so richtig freuen, wenn ich mich recht entsinne. Es war insgesamt eine tolle WM.

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Fußball-WM 1986: Danish Dynamite

Juni 18th, 2010 by admin

Eigentlich sollte die WM 1986 ja in Kolumbien stattfinden, aber durch die Aufstockung auf 24 Teams wurde das Turnier erneut nach Mexiko verlegt.
Das bedeutete wir Nachtspiele. Ich war zu der Zeit Student, hatte inzwischen einen Videorecorder und konnte somit fast alle Spiele sehen.

Gruppe A war übel belegt: Argentinien, Italien, Bulgarien. Nur Südkorea war mir sympathisch. Aber außer einem 1:1 gegen Südkorea erreichten sie nicht viel.
Auch der zweite Asien-Vertreter Irak schaffte keinen Sieg. Mexiko und Paraguay setzten sich in Gruppe B vor Belgien durch.

Ebenfalls keine Überraschung gelang Kanada in Gruppe C. Die UdSSR und Frankreich lagen vor Ungarn. Algerien war diesmal nicht so stark wie 1982. Nur ein Remis gegen Nordirland. Brasilien und Spanien setzten sich durch.

in Gruppe E starteten die Deutschen gegen Uruguay nur mit 1:1. Neuling Dänemark begeisterte mit erfrischendem Fussball, das als Danish Dynamite bekannt wurde.  Die Nationalelf sang auch ein Lied - Vi er rule oder so ähnlich. Der 1:0-Sieg gegen Schottland war schon ein erstes Zeichen. Die Deutschen besiegten die Schotten auch mit 2:1.  Dann folgte das legendäre 6:1 von Dänemark gegen Uruguay. Ab dem Zeitpunkt war ich bis heute großer Dänemark-Fan. Ein Glanzpunkt des WM-Fußballs. Dänemark besiegte dann auch die Deutschen mit 2:0. Aber ganz so schlimm sah Deutschland das nicht, denn so bekam man Marokko im Achtelfinale.

Die Nordafrikaner sorgten in Gruppe F für die große Sensation. Mit einem Unentschieden gegen Polen und England und einem Sieg gegen Portugal wurden sie Tabellenführer.

Das Achtelfinale war relativ schwach belegt - aus meiner Sicht gesehen. Paraguay verlor gegen England, Dänemark gegen Spanien. Spätestens seit dem Tag stehen die Iberer bei mir auf der schwarzen Liste, da sie auch schon vorher bei der EM die Dänen ausschalteten. Deutschland holte ein 1:0 gegen Marokko.

Im Viertelfinale musste Deutschland gegen Gastgeber Mexiko ran und holte einen Sieg im Elfmeterschießen. Die anderen Partien waren für mich langweilig von der Ansetzung, aber alle waren sehr knapp.

Im Halbfinale schlug Argentinien Belgien und die Deutschen setzten sich gegen Frankreich durch. Damit hieß das Finale einer eher enttäuschenden WM (abgesehen von Dänemark, Marokko und Deutschland) Deutschland gegen Argentinien. Eigentlich fand ich das gar nicht lustig, denn am Abend des Finales fuhr ich mit zwei Freunden nach London. Wir hörten das Spiel im Autoradio auf der A7 zwischen Göttingen und Kassel. Erst führte Argentinien (die mit Maradonna antraten) 2:0, doch dann kamen die Tore von Rummenigge und Rudi Völler. Wir feierten die Tore mit Autohupen. Doch kurz vor Schluß schoß Argentininen dann doch noch das 3:2. Aber eigentlich ganz gut, denn ohne Sichtkontakt hätte ich gar nicht richtig mitfeiern können.

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Fußball-WM 1982: ein Nichtangriffspakt und das Spiel aller Spiele

Juni 17th, 2010 by admin

Die WM 1982 in Spanien hatte eine Menge zu bieten. Die Teilnehmerzahl wurde auf 24 erhöht.  Dadurch waren mehrere Exoten dabei, die eine Menge Spaß machten. Darunter zählt Kuwait, deren Scheich sogar aufs Spielfeld rannte und das Spiel abbrechen wollte, weil er gegen ein Tor für Frankreich war. Das Tor zum 4:1 wurde tatsächlich vom Schiri annuliert. Kuwait verlor trotzdem und der Schiri wurde suspendiert.

In schlimmer Erinnerung ist die deutsche Gruppe. Zu Beginn verlor man gegen Algerien, was ich damals schrecklich fand. Gegen Chile lief es dann besser. Da Österreich seine Sache besser machte kam es dann zum Showdown der Alpenländer. Der Verlierer wäre raus gewesen. Das andere Spiel der Gruppe lief vorher, so dass das nötige Ergebnis vorher bekannt war. Mit einem 1:0 für Deutschland wären beide weiter. Und so stellten beide Teams das Spiel ein. Es gab es ein Pfeifkonzert. Ich switchte öfters mal ins DDR-Fernsehen rein. Der Moderator (ich meine, es war Heinz-Florian Oertel) boykottierte die Moderation nach einer gewissen Zeit. Auch wenn ich über das Weiterkommen froh war, so deprimierte mich dieser Pakt auch. Danach war Fußball in Deutschland lange Zeit nicht sehr beliebt.

Schlimm war auch Gruppe 1. Kamerun trat erstmals auf. Und sie holten 3 Unentschieden gegen Peru, Polen und Italien. Das schafften auch die Italiener, doch sie hatten insgesamt 2:2 Tore, Kamerun nur 1:1. Welch Tragik!

In Gruppe 5 überraschte Nordirland als Gruppensieger. Auch Neuling Honduras schaffte immerhin zwei Unentschieden gegen Spanien und Jugoslawien.
Brasilien fand ich zu dem zeitpunkt noch einigermassen sympathisch, da sie guten Fussball zeigten, aber häufig in Schönheit starben - also rausflogen. Leider kamen Schottland und Neuseeland nicht weiter.

Die Zwischenrunde besteht nur aus 3 Teams in 4 Gruppen. Leider gab es in dem Jahr einige Kunstbanausen - oder besser gesagt Sportbanausen - die keine Fußball-Fans waren. Sie störten meinen WM-Genuß durch Besuche. Einen Videorecorder hatte ich noch nicht. Zum Glück war die Belegung einiger Gruppen höchst unattraktiv. Deutschland spielte 0:0 gegen England und gewann gegen Spanien 2.1. Im dritten Spiel musste das Team darauf hoffen, dass England nicht gewinnt. Und es gelang: Spanien holte ein 0:0.

Österreich und Nordirland hatten gegen Frankreich leider keine Chance. Die spektakulärste Gruppe war diejenige mit Argentinien, Brasilien und Italien. Die Italiener mit Paolo Rossi waren hier krasser Außenseiter. Doch dann besiegten sie Argentinien mit 2:1. Ein tolles Spiel und es war das einzige Turnier, in dem ich auch für Italien sympathisierte. Mit dem 3:2 gegen Brasilien setzten sie noch einen drauf.

Italien kam gegen Polen locker ins Finale. Und dann sollte das wohl größte Spiel aller Zeiten kommen: Deutschland gegen Frankreich. In der Nacht von Sevilla trumpfte Pierre Littbarski auf. 1:0 - Führung, doch Platini glich aus. Toni Schumacher foulte Battiston unschön. Es kam zur Verlängerung. Die Franzosen führten schon 3:1. Ich dachte: das war’s. Doch dann kam recht schnell das 2:3. Und tatsächlich kurz vor Ende noch das 3:3. Elfmeterschießen: und es gewann Deutschland durch einen Elfer von Horst Hrubesch. Ein sensationelles Spiel, das kaum zu toppen ist.

Im Finale war ich wieder Deutscher. Aber leider gewann Italien mit 3:1.

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Fußball-WM 1978: meine Schmach von Cordoba

Juni 12th, 2010 by admin

In meine zweite WM ging ich mit einer besseren Vorbereitung. Ich besorgte mir einen Spielplan. In Erinnerung habe ich, dass mir Peru irgendwie sympathisch war.

Die Spiele fanden leider zu ungünstigen Zeiten spät abends statt (aus deutscher Sicht). Dennoch habe ich als Schüler eine Menge mitbekommen.
Es war die Zeit von Paolo Rossi aus Italien. Aber die Gruppe A mit Argentinien und den ausgeschiedenen Franzosen und Ungarn interessierte mich wenig. Im Mittelpunkt stand die deutsche Gruppe. Schon vor dem Anstoß vermuteten viele ein müdes Eröffnungs-0:0 gegen Polen. Dem folgte aber ein grandioses 6:0 gegen Mexiko. Tunesien erzielte den ersten afrikanischen Sieg gegen Mexiko. Aber irgendwie interessierte mich das damals wenig. Und so hoffte ich auf einen deutschen Sieg gegen Tunesien. Es wurde nur ein 0:0, aber es reichte zum Weiterkommen. In dem Turnier begann die Karriere von Rummenigge.

Die Gruppe C gewann überraschend Österreich vor Brasilien. Spanien und Schweden mussten gehen. Gruppe D dominierten Peru und Holland vor Schottland und Iran.

Bis dahin lief es zwar mühsam, aber erfolgreich für Deutschland. Also wartete ich gespannt auf die 2. Runde. Es wurde wieder nur ein 0:0 gegen Italien. Dem folgte ein 2:2 gegen die Niederlande. Damit war das Finale kaum noch erreichbar. Aber das Spiel um Platz 3 war ja praktisch sicher, denn man brauchte ja nur gegen die bereits ausgeschiedenen Österreicher unentschieden zu spielen. Doch kurz vor Schluß holte uns Hans Krankl aus dem Land aller Träume. Für mich war es die erste bittere Fußballstunde. Die Fußballeuphorie in Deutschland ließ danach spürbar nach. Bei mir blieb sie trotzdem bestehen.

Das Militärregime verschob noch kurzfristig ein Spiel, so dass Argentinien genau wusste, dass sie mit einm 6:0 gegen Peru im Finale stehen. Peru bekam dafür wohl Getreide. Brasilien waren der Leidtragende.

Das Endspiel Argentinien gegen Holland sah ich - wie schon vor 4 Jahren - alleine in meinem Zimmer. Ich war für die Niederlande, doch sie verloren erneut ein Finale. Eine tragische WM, die man eigentlich vergessen sollte.

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Fußball-WM 1974: als ich das erste mal Weltmeister wurde

Juni 11th, 2010 by admin

Mein Rückblick auf 10 Jahre Fußball-WM beginnt 1974. Damals war ich 10 Jahre. Vermutlich hätte ich auch schon 1970 miterleben können, wenn die Anstoßzeiten in Mexiko nicht mitten in der Nacht gewesen wären. Von 1966 kenne ich nur das legendäre Wembley-Tor in den Rückblenden. Und leider ist mir auch 1954 nur aus Radiomitschnitten und Filmen geläufig.

Fußball mochte ich als Kind nicht besonders. Immerhin lief damals die ARD-Sportschau gegen meinen Lieblingsserien Raumschiff Enterprise und Daktari. Ein ewiger Streit mit meinem Opa und meinen Eltern, denn wir hatten lange Zeit nur einen Fernseher. Doch 1974 bekam ich meinen eigenen kleinen Schwarz-Weiß-TV. Und meine Eltern sagten mir: die WM musst du sehen. Das ist ein Weltereignis. Damit begann nicht nur meine Ära als WM-Zuschauer, sondern auch generell als Fußball-Fan.

Die WM fand zwar in Deutschland statt, doch davon war bei uns in der dörflichen Vorgebirgsgegend nicht viel zu spüren. Ich erinnere mich nur an Wackeldackel, die viele Leute in ihren Autos spatzieren fuhren, sowie Tip und Tap, die beiden Maskottchen.

Ich sah damals nicht alle Spiele, zumal auch noch Spiele parallel stattfanden. Zum Teil bevorzugte ich daher Radioübertragungen wegen der Konferenzschaltung. Ich erinnere da z.B. an DDR-Australien und Zaire gegen Schottland. Damals galt aber meine ganze Aufemrksamkeit der bundesdeutschen Auswahl mit Sepp Maier im Tor und dem legendären Gerd Müller im Sturm. Auch Vogts, Breitner und Beckenbauer sind mir noch gut in Erinnerung. Vogts wirkte mir damals sehr unscheinbar - eher ein Nichts auf dem Spielfeld. Mir war völlig unlogisch, wie der ein Fußballspieler sein konnte.

Das Eröffnungsspiel BRD gegen Chile war auch mein erstes Spiel. Großartiger 1:0-Sieg. Das Fußballfieber war entfacht. Was wäre wohl passiert, wenn Deutschland damals verloren hätte? Vielleicht hätte ich bis heute bei wieder ein Fußballspiel geschaut. Hätte wirklich sein können. Also war das 1:0 ein historischer Sieg! 

Die DDR war auch in der Gruppe. Die DDR war für mich Ausland. Wir wohnten direkt an der Grenze, konnten DDR-TV empfangen, aber aufgrund der späten Geburt war die DDR für mich genauso Ausland wie z.B. Italien. Erst einige Jahre später wurde ich auch Fan der DDR-Nationalmannschaft, weil ich halt alle Spiele verfolgen konnte. 1974 war mir das Abschneiden aber eher egal. Ich konnte auch die Spielstärken aus der Historie noch nicht so abschätzen. Australien erschein mir noch irgendwie smpathisch, aber die hatten damals keine Chance. Nach dem bereits erfolgten Einzug in die 2.Runde war die Niederlage gegen die DDR nicht ganz so tragisch für mich wie für viele andere.

An die Gruppe B habe ich kaum eine Erinnerung. Aus heutiger Sicht hätte ich Zaire und Schottland die Daumen gedrückt, die aber gegen Jugoslawien und Brasilien ausschieden. In Gruppe C überraschten die Holländer, was mir aber zu dem Zeitpunkt egal war und ich in dieser historischen Dimension auch noch nicht begreifen konnte. Mit Bulgarien und Uruguay scheiterten die Richtigen, wie ich heute denke. Schweden kam auch noch weiter.

Hinter den Deutschen war Haiti mein Zweitlieblingsteam. Der Name klang einfach so schön. Doch es gab klägliche Niederlagen. Mit Italien flog ein Favorit raus, was mir aber erst später klar wurde. Mein Umfeld freute sich darüber sehr. Aber mit Polen und Argentinien kamen mir nicht gerade sympathische Teams weiter.

Die meiste Erinnerung habe ich an die Zwischenrunde. Eigentlich war die Gruppe A die Stärkere, in der sich wieder Holland sogar gegen die Südamerikaner durchsetzte. Man erzählte mir, Brasilien würde einen Zauberfußball spielen. Davon war aber nicht viel zu sehen.

Dann kamen die Hammerspiele der BRD-Mannschaft. Jugoslawien mit 2:0 weggehauen. Und dann kam Angstgegner Schweden. In unserer Familie hatten alle Respekt vor den Skandinaviern. Das steckte auch mich an. Was war so gefährlich an denen? Es wurde ein großer Sieg mit 4:2.
Und natürlich erinnern wir uns an die legendäre Wasserschlacht von Frankfurt, als Polen im Wasserball mit 1:0 besiegt wurde. FINALE!!!

Das Endspiel nahm ich vom Radio auf und hörte es mir anschließend bestimmt 20 mal an. Videorecorder gab es ja noch nicht für die Masse. Holland ging schnell in Führung. Ein Schock. Dann aber die Erlösung kurz vor der Halbzeit mit dem 2:1. Der TV-Reporter (war es Ernst Huberty?) war damals noch langweiliger als heute. Das deutsche Team konnte die Führung halten und ich wurde zum ersten Mal Weltmeister. Ein schönes Gefühl. Ab sofort wollte ich immer Weltmeister werden.

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